Rigi und Pilatus mit Kindern
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Rigi und Pilatus mit Kindern

Quick Answer

Sollten Familien mit kleinen Kindern ab Luzern die Rigi oder den Pilatus wählen?

Die Rigi ist der einfachere Familientag: Die Zahnradbahn ab Vitznau oder Arth-Goldau und die Seilbahn ab Weggis sind kurze, ruhige Fahrten mit einem sanften Wanderweg und Picknickwiesen auf dem Gipfel. Der Pilatus ist dramatischer, mit der steilsten Zahnradbahn der Welt und dem Drachenweg als Spielplatz, doch die klassische Goldene Rundreise mit Schiff und zwei Seilbahnen macht mit einem Kleinkind einen langen Tag.

Zwei Berge, zwei sehr unterschiedliche Familientage

Beide Berge liegen zu beiden Seiten des Vierwaldstättersees, beide haben eine Zahnradbahn oder Seilbahn, die direkt aus einem Seedorf hinaufführt, und beide gelten als der klassische Tagesausflug ab Luzern. Mit kleinen Kindern fühlen sich die beiden Tage völlig unterschiedlich an. Die Rigi bedeutet kurze Fahrten, flache Wege und einen Familienweg durch Alpwiesen. Der Pilatus bringt eine steilere Bahn, felsigere Gipfelwege und – bei der vollen Goldenen Rundreise – einen Tag, der Schiff, Zahnradbahn und Seilbahn aneinanderreiht, was für ein dreijähriges Kind viele Übergänge bedeutet.

Dieser Guide konzentriert sich auf die praktischen Fragen, die Eltern wirklich haben: welche Route am kürzesten ist, wo ein Kinderwagen funktioniert und wo nicht, was Kinder oben beschäftigt, und was es ungefähr kostet. Für den breiteren Vergleich inklusive Titlis siehe Rigi vs. Pilatus vs. Titlis; für den allgemeinen kinderfreundlichen Überblick über Luzern selbst siehe Luzern mit Kindern.

Die Rigi mit Kindern

Die Rigi erreicht man von der Luzerner Seeseite auf drei Arten: mit der Zahnradbahn ab Vitznau (die älteste Bergbahn der Welt, in Betrieb seit 1871), mit der Seilbahn ab Weggis oder mit der Zahnradbahn ab Arth-Goldau auf der Zuger Seite. Alle drei treffen sich bei Rigi Kaltbad, von wo eine gemeinsame Zahnradbahnlinie zum Gipfel, Rigi Kulm, weiterführt.

Für Familien ist Vitznau bis Rigi Kulm die klassische Route. Die Zugfahrt dauert etwa 30 Minuten, ist im Vergleich zum Pilatus sanft und hat grosse Fenster auf Kinderhöhe. Ab Luzern besteht die Verbindung aus Schiff oder Bus nach Weggis oder Vitznau, danach die Bahn oder Seilbahn hinauf.

Bei Rigi Kaltbad gibt es einen Spielplatz, eine familienfreundliche Restaurantterrasse und den Startpunkt des markierten Familienwegs, der durch Wiesen Richtung First führt, mit Informationstafeln zu Alpwirtschaft und Murmeltieren, die auf Kinder zugeschnitten sind. Er ist flach genug für die meisten geländegängigen Kinderwagen und kurz genug – etwa 45 Minuten im Tempo eines Kleinkinds –, dass er nicht zum Gewaltmarsch wird. Rigi Kulm selbst, der eigentliche Gipfel, bietet kleinen Kindern ausser der Aussicht wenig, doch an einem klaren Tag lohnt sich das Alpenpanorama die zusätzlichen 10 Minuten Zugfahrt. eine Rigi-Tageskarte, die Zahnradbahnen und Seilbahn in einem Ticket abdeckt ist der einfachste Weg, den ganzen Rigi-Tag zu buchen, ohne die einzelnen Etappen separat zu berechnen.

Vollständige Routendetails, inklusive welcher Dörfer sich kombinieren lassen, stehen im Rigi-Guide.

Der Pilatus mit Kindern

Der Pilatus ist der theatralischere Berg und der anspruchsvollere Tag. Der klassische Weg ist die „Goldene Rundreise”: Schiff von Luzern nach Alpnachstad, die steilste Zahnradbahn der Welt (bis zu 48 Prozent Gefälle) zum Pilatus Kulm, dann die Pilatus-Luftseilbahn und die Kriens-Gondel auf der anderen Seite hinunter, zum Abschluss ein Bus zurück nach Luzern. Es ist eine spektakuläre Abfolge von Transportmitteln, aber auch vier separate Umstiege mit Gepäck, Kinderwagen und müden Kindern spätestens ab der dritten Etappe.

Die Zahnradbahn selbst wirkt im Wagen nicht beunruhigend – Sitze und Boden sind hangparallel statt geneigt gebaut –, doch sie fährt nur etwa von Mai bis November, wetter- und schneeabhängig, und wird im Frühling und Herbst für planmässige Revisionsarbeiten geschlossen; also vor der Planung die Statusseite von Pilatus Bahnen prüfen. Ausserhalb dieses Zeitfensters, oder wenn man das Schiff ganz auslassen möchte, fahren die Kriens-Gondel und die Pilatus-Luftseilbahn ganzjährig und verbinden direkt mit einer einfachen Pilatus-Hin-und-Rückfahrt mit der Zahnradbahn ab Alpnachstad, falls eine einfache Hin- und Rückfahrt statt der vollen Runde bevorzugt wird.

Oben ist der Drachenweg das wichtigste kinderfreundliche Angebot – ein kurzer Themenweg nahe dem Pilatus Kulm mit Drachenskulpturen, die an die lokale Legende von Drachen erinnern, die angeblich in den Felsen lebten. Es ist eine 15- bis 20-minütige Runde auf grösstenteils asphaltiertem Untergrund. Darüber hinaus sind die Gipfelwege am Pilatus steiler und felsiger als bei der Rigi, mit einigen Abschnitten über Treppen, sodass eine Kindertrage praktischer ist als ein Kinderwagen, sobald man den Zug verlassen hat.

Für eine kürzere, ruhigere Version des Tages machen manche Familien den Pilatus über Pilatus als reine Hin- und Rückfahrt ab Alpnachstad, lassen die Kriens-Gondel-Etappe ganz weg und heben sich die Goldene Rundreise auf, bis die Kinder etwas älter sind. Volle Details zu beiden Richtungen stehen im Pilatus-Guide.

Kürzeste Routen nach oben im Vergleich

RouteStartpunktFahrt hinaufGefälle / CharakterKinderwagentauglich?
Rigi via VitznauVitznauZahnradbahn, ~30 Min.Sanft, aussichtsreichJa, oben
Rigi via WeggisWeggisSeilbahn, ~10 Min.Ruhig, schnellJa, oben
Rigi via Arth-GoldauArth-GoldauZahnradbahn, ~40 Min.SanftJa, oben
Pilatus via AlpnachstadAlpnachstadZahnradbahn, ~30 Min.Steil, bis 48%Eingeschränkt, Trage nutzen
Pilatus via KriensKriensGondel + Luftseilbahn, ~40 Min.Ruhig, ganzjährigEingeschränkt, Trage nutzen

Was es eine Familie kostet

Die Bergbahntarife in der Schweiz ändern sich jährlich, daher die untenstehenden Zahlen eher als Richtwert denn als exakte Angabe behandeln und vor der Buchung die aktuellen Familientarife des Betreibers prüfen. Als Faustregel: Kinder unter 6 Jahren fahren auf Rigi- und Pilatusbahnen gratis, Kinder von 6 bis 15 Jahren zahlen einen ermässigten Tarif, und ein Swiss Travel Pass oder eine Junior-Reisekarte, gekoppelt an das Ticket eines zahlenden Erwachsenen, senkt den Kindertarif auf beiden Bergen meist auf gratis oder nahe daran.

Volle Erwachsenen-Retourtarife ab den Seestartorten liegen auf der Rigi je nach Startbahnhof grob bei CHF 70 bis 90, und auf dem Pilatus etwas höher, sobald die Schifffahrt ab Luzern zur Goldenen Rundreise hinzukommt. Für eine vierköpfige Familie mit zwei zahlenden Erwachsenen und zwei tarifpflichtigen Kindern ist die Rigi meist der günstigere Tag, einfach weil die direkten Routen kürzer sind und keine Schifffahrt oben draufkommt.

Wer bereits einen Swiss Travel Pass besitzt, für den deckt dieser die Schiffe und den grössten Teil des Bergtransports auf beiden Bergen ab, was die Preisdifferenz deutlich verkleinert; der regionale Tell-Pass leistet für Besucher, die mehrere Tage in der Zentralschweiz verbringen, etwas Ähnliches.

Wer mehrere Berge und Schiffe an mehr als einem Tag kombiniert, für den kann ein flexibler Mehrtagespass für Züge, Busse und Schiffe günstiger ausfallen als jede Etappe einzeln zu kaufen, besonders mit Kindern, die häufige Pausen und Umwege brauchen. Familien, die Tickets, Zeitpläne und Umstiege lieber gar nicht selbst verwalten möchten, buchen manchmal eine geführte Tour, die Pilatus und Rigi mit Transport inklusive abdeckt, was die Logistik abnimmt, aber mehr kostet als die eigenständige Organisation.

Den Tag timen

Beide Berge lassen sich am besten am Morgen angehen. Über dem Seebecken bilden sich im Sommer oft schon am frühen Nachmittag Wolken, und ein eingenebelter Gipfel ist mit Kindern, die sich später nicht erinnern, warum die Aussicht wichtig war, eine verschwendete Zugfahrt. Am besten die erste oder zweite Abfahrt ab Vitznau, Weggis oder Alpnachstad nehmen, um eine echte Chance auf einen klaren Gipfel zu haben.

Mit einem Kleinkind für jeden der beiden Berge einen halben Tag als Hin- und Rückfahrt einplanen: drei bis vier Stunden Tür zu Tür ab der Luzerner Innenstadt, inklusive einer Stunde auf dem Gipfel. Die volle Goldene Rundreise auf dem Pilatus oder ein Rigi-Tag mit Familienweg und Mittagessen ist realistisch ein voller Tag, etwa von 8 bis 16 Uhr, inklusive der Schiff- oder Busverbindungen ab Luzern selbst.

Familien, die eine geführte, weniger logistiklastige Version speziell der Rigi wollen, buchen manchmal eine geführte Wanderung auf die Rigi ab Goldau mit Grillmittagessen, was aus dem Berg mehr einen geplanten Ausflug macht als einen selbst organisierten Tag.

Essen, Toiletten und Praktisches auf der Höhe

Beide Gipfel haben Restaurants mit Kindermenüs, wobei die Preise höhenbedingt aufgeschlagen sind: für einen Teller Pasta oder einen Hot Dog auf Rigi Kulm oder Pilatus Kulm sollte man deutlich mehr einplanen als in Luzern selbst. Ein Picknick mitzubringen und an einem der Wiesenplätze am Rigi-Familienweg oder auf den Bänken beim Pilatus-Drachenweg zu essen, ist der ehrliche Weg, die Kosten niedrig zu halten, und beides ist an beiden Orten erlaubt.

Toiletten und Wickelmöglichkeiten gibt es an den Hauptstationen auf beiden Bergen – Rigi Kaltbad und Rigi Kulm, Pilatus Kulm und die Talstation der Kriens-Gondel –, aber nicht an jedem Zwischenhalt, also besser um die Hauptstationen herum planen statt überall Einrichtungen vorauszusetzen. Auf der Höhe sind die Temperaturen spürbar kühler und windiger als im Seetal von Luzern, oft 8 bis 10 Grad tiefer, also auch an einem warmen Tag in der Stadt eine zusätzliche Schicht für die Kinder einpacken.

Welchen man wirklich wählen sollte

Wenn dies der einzige Bergtag ist und das Kind unter etwa 5 Jahre alt ist, die Rigi wählen. Sie ist kürzer, flacher, hat einen echten, kindgerecht gestalteten Wanderweg und kostet weniger. Sind die Kinder etwas älter, trittsicherer und steht ein voller Tag zur Verfügung, machen die steilere Bahn und der Drachenweg des Pilatus einen einprägsameren Tag, doch man sollte mit mehr Gehen auf unebenem Gelände und mehr Übergängen zwischen Verkehrsmitteln rechnen.

Beides an einem Trip zu machen, ist nur für Familien mit älteren Kindern und einem vollen, klaren Tag realistisch, idealerweise auf getrennten Besuchen statt hintereinander. Für weitere Familienausflüge über diese beiden Berge hinaus siehe Familienausflüge ab Luzern, und für allgemeines Timing der Schiffsverbindungen zwischen den Seedörfern lohnt sich Luzerns Schiffsfahrpläne erklärt, bevor man einen Zeitplan rund um die Mittagsschläfchen kleiner Kinder festlegt.

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