Wie ich in Luzern gut esse, ohne mich zu ruinieren
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Wie ich in Luzern gut esse, ohne mich zu ruinieren

Beim ersten Besuch in Luzern habe ich nach drei Tagen meine Restaurantrechnungen zusammengerechnet und beinahe einen früheren Zug nach Hause gebucht. Ein einfacher Teller Pasta mit einem Glas Hauswein, auf einer Terrasse mit Seeblick, um den ich gar nicht gebeten hatte, kostete CHF 42. Das ist keine Einzelhorrorgeschichte, sondern der Standardpreis für abendliches Touristenmenü-Essen überall in Sichtweite der Kapellbrücke. Ich esse hier bei jedem Besuch immer noch gut, aber ich habe aufgehört, wie ein Tourist zu essen, und der Unterschied in der Endrechnung ist enorm.

Die Falle, in die die meisten Besucher tappen

Die Falle liegt im Timing und im Ort, nicht in der Qualität des Essens. Luzerns abendliche Restaurantszene, besonders alles an der Bahnhofstrasse oder am Wasser, ist auf ein gefangenes Publikum mit Seeblick und ohne Alternative ausgerichtet. Das Mittagessen, eine Strasse vom Wasser entfernt, ist ein völlig anderer Markt. Schweizer Büroangestellte gehen mittags ständig auswärts essen, und die Betriebe, die sie versorgen, konkurrieren über den Preis, nicht über die Atmosphäre. Dort liegt das Sparpotenzial.

Der Tagesteller ist der beste Trick überhaupt

Fast jedes richtige Restaurant in Luzern, von Wirtshäusern beim Rathaus bis zu ruhigen Cafés in der Neustadt, bietet einen Tagesteller: ein fixes Mittagsgericht, das täglich wechselt und nur zwischen etwa 11:30 und 14:00 Uhr serviert wird. Er kostet meist CHF 18 bis 24, oft inklusive Suppe oder Salat, für dasselbe, was die Küche abends für ein vergleichbares Gericht CHF 35 bis 45 verlangen würde. Ich plane inzwischen meine eine richtige Sitzmahlzeit des Tages ums Mittagessen herum und esse abends leichter. Das ist kein Kompromiss; das Essen ist oft sogar besser, weil die Küche für Einheimische kocht, die sich über einen mittelmässigen Teller beschweren würden.

Mensen, die auch Aussenstehende hereinlassen

Luzern hat mehrere institutionelle Mensen, die mittags öffentlich zugänglich sind, meist nur an Werktagen, und sie bieten die günstigsten warmen Mahlzeiten der Stadt. Die Mensa der Hochschule Luzern serviert einen vollen Teller für etwa CHF 16 bis 20, wenn man kein Student ist (Studierende zahlen weniger, und niemand kontrolliert an der Kasse den Ausweis, aber der ausgeschriebene Preis geht bereits davon aus, dass die meisten Laufkundschaft keine Studierenden sind). Das Essen ist eher Kantinenstandard als aufregend, aber es sättigt, geht schnell, und an einem verregneten November-Mittag schlägt es das Anstehen für einen Tisch in einem Touristenrestaurant.

Migros und Coop: das unglamouröse Rückgrat

Die beiden grossen Schweizer Supermarktketten, Migros und Coop, betreiben über oder neben vielen ihrer grösseren Filialen Selbstbedienungsrestaurants, auch in den Filialen nahe dem Bahnhof. Ein warmes Hauptgericht mit Gemüse kostet CHF 12 bis 16, ein Kaffee unter CHF 4, und man bedient sich selbst an der Theke und zahlt nach Gewicht oder pro Teller an der Kasse. Ich weiss, es klingt, als würde man auf die Reise verzichten, aber das Migros Restaurant beim Bahnhofplatz hat mich schon öfter mit durchaus akzeptablem Rösti und Grillhähnchen verpflegt, als ich zugeben möchte, für weniger als die Hälfte dessen, was derselbe Teller dreihundert Meter weiter auf einer Terrasse kostet.

Für eine Mahlzeit, die man sich selbst zusammenstellt, sind die Supermärkte noch günstiger. Ein frisches Baguette, ein Stück Schweizer Käse, Aufschnitt und Obst von der Migros- oder Coop-Kühltheke kosten CHF 10 bis 15 für zwei Personen, und man kann sie auf einer Bank am See geniessen, mit besserer Aussicht als in den meisten Restaurants. Wer den Käse mit einer Geschichte dahinter möchte statt aus dem Supermarktregal, für den lohnt sich ein kurzer Ausflug zu einer echten Sennerei; siehe den Tagesausflug zu einer Schweizer Käserei für passende Ziele.

Der Markt an der Reuss

Dienstag- und Samstagmorgens bauen entlang der Reuss und rund um Unter der Egg Stände auf, die Brot, Käse, Aufschnitt, saisonales Obst und Gemüse sowie zubereitete Speisen wie Bratwurst-Sandwiches für CHF 6 bis 8 verkaufen. Er ist kleiner als die Märkte in Zürich oder Bern, also sollte man keinen ganzen Tag darum herum planen, aber es lohnt sich, einen Samstagvormittagsspaziergang durch die Altstadt so zu legen, dass man daran vorbeikommt.

Einen breiteren Überblick über das Angebot der ganzen Woche bietet der Markt- und Streetfood-Guide mit Ständen, zu denen ich immer wieder zurückkehre. Ich habe auch aufgeschrieben, was eine einzelne Tasse Kaffee wirklich kostet, was viel darüber verrät, wo in dieser Stadt der Aufschlag wirklich sitzt: beim Sitzplatz, nicht beim Kaffee.

Fondue und Raclette ohne Touristenaufschlag

Käsefondue und Raclette sind die beiden Gerichte, die jeder Besucher probieren möchte, und auch die beiden, die auf gezielt an Touristen gerichteten Speisekarten am häufigsten überteuert sind. Ein geteiltes Fondue kann in einem Seerestaurant CHF 30 bis 38 pro Person kosten. Oft ist es günstiger und genauso authentisch in einem kleinen Beizli ein paar Strassen abseits der Touristenmeile, wo derselbe Topf eher CHF 24 bis 28 kostet und der Raum voller Schweizer Stammgäste statt anderer Besucher ist. Der Fondue- und Raclette-Guide enthält eine kurze Liste, wo ich es tatsächlich gut gegessen habe und wo ich überteuert wieder rausgegangen bin.

Was ein realistischer Esstag kostet

So budgetiere ich inzwischen ungefähr pro Person und Tag, wenn ich vernünftig bin, ohne mir dabei etwas zu versagen:

MahlzeitWoKosten (CHF)
FrühstückGebäck und Kaffee an der Theke, stehend6-9
MittagessenTagesteller in einem richtigen Restaurant18-24
SnackBratwurst vom Markt oder Sandwich vom Supermarkt6-8
AbendessenFondue in einem lokalen Beizli, geteilt24-30
Total54-71

Vergleicht man das mit einem Tag nur mit Touristenmenüs, landet man eher bei CHF 130 bis 160, sobald ein Abendessen am See und zwei oder drei Sitzkaffees dazukommen, und die Ersparnis über ein langes Wochenende ergibt schnell den Preis für eine weitere Aktivität. Ich gebe diesen Unterschied lieber für eine Seilbahn aus als für eine Aussicht, die ich auch gratis von einer Parkbank aus gehabt hätte. Genau so habe ich es oft tatsächlich gemacht: Nach einem sparsamen Mittagessen habe ich die Ersparnis in die klassische Rundfahrt auf die Rigi gesteckt, die weit mehr kostet als jede Mahlzeit in dieser Stadt jemals wird.

An einem klaren Tag habe ich es auch mit einer privaten Kreuzfahrt auf dem Vierwaldstättersee gerechtfertigt, bezahlt mit Geld, das ich nicht für ein überteuertes Abendessen ausgegeben habe, und an einem sportlicheren Tag habe ich das Ufer mit einer E-Bike- und Bootskombination rund um den See erkundet, statt eines langen, teuren Mittagessens.

Kaffee, Schokolade und die kleinen täglichen Kosten

Beim Kaffee versickert viel Kleingeld. Stehend an der Theke kostet er CHF 4.50 bis 5.50; sitzt man am Tisch, selbst bei derselben Espressomaschine, kommt ein Servicezuschlag dazu, der den Preis verdoppeln kann.

Schokolade ist eine echte Luzerner Spezialität und kein Touristenrequisit, und ein kleiner Riegel von einem richtigen Chocolatier ist ein besseres Souvenir und ein besserer Snack als eine Waffel im Sightseeing-Viertel; der Guide zu Schokoladenerlebnissen zeigt, wo sich das Erlebnis lohnt und wo ein Riegel aus dem Supermarkt genauso gut ist. Für Geschenke und Souvenirs allgemein trennt der Shopping-Guide, was den Preis wert ist, von dem, was rein wegen der Laufkundschaft überteuert ist.

Alles zusammengefasst

Nichts davon erfordert Verzicht. Ich esse hier immer noch an den meisten Tagen eine richtige Restaurantmahlzeit, ich esse immer noch Fondue, und ich kaufe immer noch Schokolade. Ich habe nur die teure Mahlzeit auf die Mittagszeit verlegt, gelernt, welche Theken und Mensen Einheimische statt Touristen verpflegen, und akzeptiert, dass ein Sandwich auf einer Bank am See keine geringere Mahlzeit ist als ein Tisch mit derselben Aussicht und 300 Prozent Aufschlag.

Für den breiteren Überblick darüber, was eine Reise hierher jenseits des Essens tatsächlich kostet, gehen der Guide zu den Reisekosten in Luzern und der Budget-Guide im gleichen Stil auf Unterkunft und Transport ein. Wer noch überlegt, wie man ein paar Tage hier überhaupt verbringen soll, beginnt am besten mit wo man in Luzern übernachten sollte, denn eine Ferienwohnung mit Selbstverpflegung in der Nähe einer Migros- oder Coop-Filiale macht jeden Tipp in diesem Beitrag leichter umsetzbar.

Häufig gestellte Fragen zum günstigen Essen in Luzern

Was ist ein Tagesteller und wie viel kostet er?

Ein Tagesteller ist ein fixes Tagesgericht, das nur mittags serviert wird, meist zwischen 11:30 und 14:00 Uhr, in den meisten Sitzrestaurants Luzerns. Er kostet typischerweise CHF 18 bis 24, manchmal inklusive Suppe oder Salat, verglichen mit CHF 35 bis 45 für ein ähnliches Gericht von der Abendkarte.

Kann jeder in der Mensa der Hochschule Luzern essen, oder nur Studierende?

Die Mensa ist mittags an Werktagen öffentlich zugänglich. Nicht-Studierende zahlen einen etwas höheren Preis als eingeschriebene Studierende, typischerweise CHF 16 bis 20 für einen vollen Teller, und niemand kontrolliert an der Kasse den Studierendenstatus.

Lohnen sich die Restaurants von Migros und Coop wirklich?

Ja, wegen des Preis-Leistungs-Verhältnisses, nicht wegen der Atmosphäre. Ein warmes Selbstbedienungshauptgericht kostet CHF 12 bis 16, etwa die Hälfte eines vergleichbaren Restaurantessens, und die Essensqualität entspricht solidem Kantinenstandard statt gehobener Küche.

Wann findet der Lebensmittelmarkt in Luzern statt, und was wird dort verkauft?

Der Markt findet dienstag- und samstagmorgens entlang der Reuss und rund um Unter der Egg statt, mit Brot, Käse, Aufschnitt, saisonalen Produkten und zubereiteten Speisen wie Bratwurst-Sandwiches für CHF 6 bis 8.

Ist Fondue in Luzern immer teuer?

Fondue ist teuer in Seerestaurants, die auf Besucher ausgerichtet sind, oft CHF 30 bis 38 pro Person, aber ein geteilter Topf in einem kleinen lokalen Beizli ein paar Strassen abseits der Touristenroute kostet typischerweise CHF 24 bis 28 für die gleiche Qualität.

Wie viel sollte ich pro Tag fürs Essen in Luzern einplanen?

Wer vernünftig isst statt nur in Touristenmenü-Restaurants, sollte mit etwa CHF 55 bis 70 pro Person und Tag rechnen, für Frühstück, ein richtiges Mittagessen, einen Snack und ein geteiltes Abendessen. Ein Tag nur mit Touristenmenüs kostet typischerweise CHF 130 bis 160.

Ist Leitungswasser in Luzern sicher, sodass ich auf Flaschenwasser verzichten kann?

Ja, Leitungswasser in Luzern ist ausgezeichnet und überall sicher zu trinken, was gegenüber dem Kauf von Flaschenwasser in Restaurants oder Kiosken mehrere Franken pro Tag spart.

Kostet Kaffee im Sitzen wirklich mehr als an der Theke stehend?

Ja. An der Theke stehend kostet ein Espresso oder Kaffee typischerweise CHF 4.50 bis 5.50; am Tisch sitzend, selbst im gleichen Café, kommt oft ein Servicezuschlag dazu, der den Preis auf nahezu CHF 8 bis 9 bringen kann.

faq:

  • question: “Was ist ein Tagesteller und wie viel kostet er?” answer: “Ein Tagesteller ist ein fixes Tagesgericht, das nur mittags serviert wird, meist zwischen 11:30 und 14:00 Uhr, in den meisten Sitzrestaurants Luzerns. Er kostet typischerweise CHF 18 bis 24, manchmal inklusive Suppe oder Salat, verglichen mit CHF 35 bis 45 für ein ähnliches Gericht von der Abendkarte.”
  • question: “Kann jeder in der Mensa der Hochschule Luzern essen, oder nur Studierende?” answer: “Die Mensa ist mittags an Werktagen öffentlich zugänglich.

Nicht-Studierende zahlen einen etwas höheren Preis als eingeschriebene Studierende, typischerweise CHF 16 bis 20 für einen vollen Teller, und niemand kontrolliert an der Kasse den Studierendenstatus.”

  • question: “Lohnen sich die Restaurants von Migros und Coop wirklich?” answer: “Ja, wegen des Preis-Leistungs-Verhältnisses, nicht wegen der Atmosphäre.

Ein warmes Selbstbedienungshauptgericht kostet CHF 12 bis 16, etwa die Hälfte eines vergleichbaren Restaurantessens, und die Essensqualität entspricht solidem Kantinenstandard statt gehobener Küche.”

  • question: “Wann findet der Lebensmittelmarkt in Luzern statt, und was wird dort verkauft?” answer: “Der Markt findet dienstag- und samstagmorgens entlang der Reuss und rund um Unter der Egg statt, mit Brot, Käse, Aufschnitt, saisonalen Produkten und zubereiteten Speisen wie Bratwurst-Sandwiches für CHF 6 bis 8.”
  • question: “Ist Fondue in Luzern immer teuer?” answer: “Fondue ist teuer in Seerestaurants, die auf Besucher ausgerichtet sind, oft CHF 30 bis 38 pro Person, aber ein geteilter Topf in einem kleinen lokalen Beizli ein paar Strassen abseits der Touristenroute kostet typischerweise CHF 24 bis 28 für die gleiche Qualität.”
  • question: “Wie viel sollte ich pro Tag fürs Essen in Luzern einplanen?” answer: “Wer vernünftig isst statt nur in Touristenmenü-Restaurants, sollte mit etwa CHF 55 bis 70 pro Person und Tag rechnen, für Frühstück, ein richtiges Mittagessen, einen Snack und ein geteiltes Abendessen.

Ein Tag nur mit Touristenmenüs kostet typischerweise CHF 130 bis 160.”

  • question: “Ist Leitungswasser in Luzern sicher, sodass ich auf Flaschenwasser verzichten kann?” answer: “Ja, Leitungswasser in Luzern ist ausgezeichnet und überall sicher zu trinken, was gegenüber dem Kauf von Flaschenwasser in Restaurants oder Kiosken mehrere Franken pro Tag spart.”
  • question: “Kostet Kaffee im Sitzen wirklich mehr als an der Theke stehend?” answer: “Ja. An der Theke stehend kostet ein Espresso oder Kaffee typischerweise CHF 4.50 bis 5.50; am Tisch sitzend, selbst im gleichen Café, kommt oft ein Servicezuschlag dazu, der den Preis auf nahezu CHF 8 bis 9 bringen kann.”

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